Die Geschichte vom Hammer

Die Geschichte vom Hammer

Ein Mann will ein Bild aufhängen. Den Nagel hat er, nicht aber den Hammer.
Der Nachbar hat einen. Also beschliesst unser Mann, hinüberzugehen und ihn auszuborgen.

Doch da kommt ihm ein Zweifel: Was, wenn der Nachbar mir den Hammer nicht leihen will? Gestern schon grüsste er mich nur so flüchtig. Vielleicht war er in Eile. Aber vielleicht war die Eile nur vorgeschützt, und er hat etwas gegen mich. Und was? Ich habe ihm nichts angetan; der bildet sich da etwas ein. Wenn jemand von mir ein Werkzeug borgen wollte, ich gäbe es ihm sofort. Und warum er nicht? Wie kann man einem Mitmenschen einen so einfachen Gefallen abschlagen? Leute wie dieser Kerl vergiften einem das Leben. Und dann bildet er sich noch ein, ich sei auf ihn angewiesen. Bloss weil er einen Hammer hat. Jetzt reicht’s mir wirklich.

Und so stürmt er hinüber, läutet, der Nachbar öffnet, doch bevor er »Guten Tag« sagen kann, schreit ihn unser Mann an: „Behalten Sie Ihren Hammer, Sie Rüpel!“

Paul Watzlawick (1921-2007)

Aus meiner Sicht regt die Geschichte an, Sorge zu tragen, dass wir uns nicht in unseren eigenen Gedanken verlieren und so eine „Realität“ konstruieren, die nicht der Wahrheit entspricht. Dies geschieht meist unbewusst und kann nur mit grossem Bewusstsein und Achtsamkeit bemerkt und geändert werden.
Mein Ansatz diesem Phänomen entgegen zuwirken ist, meine Gedanken gründlich zu überprüfen und regelmässig zu meditieren um bei mir selbst zu bleiben.

Kennst Du diese Situation? Wie reagierst Du?
Sag es mir gerne in den Kommentaren!

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Letzte Aktualisierung am 10. März 2020

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